Die Vereinsgeschichte
Der Verein für erlebte Geschichte e.V. wurde 1988 gegründet.
Der harte Kern des Vereins bestand aus Klaus Wagner, Christian Wagner und
Robert Adunka. Daneben gab es noch ein paar andere. Klaus Wagner war anfangs
die treibende Kraft hinter dem Verein. Er stellte damals auch den ersten
Vorstand. Uns trieb historisches Interesse und der Wunsch, die Geschichte
unserer Gegend wirklich erlebbar und "begreifbar" (im wahrsten Sinne
des Wortes) zu machen. Natürlich sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Auch
einen Publikumsmagneten brauchten wir. Aus diesen Gründen wurde dann auch der
Schaukampf begonnen. Bei der Darstellung des Kampfes wurde bewusst der
publikumswirksame Theaterstil einer historischen Korrektheit vorgezogen.
Zu Beginn war der Verein auf die Zeit zwischen 300 – 800 n. Chr. beschränkt.
Wir wollten Germanen unseres Raumes (Amberg und Umgebung) darstellen und als
geschlossene, einheitlich aussehende Gruppe auftreten. Wir haben verschiedene
Auftritte in der Umgebung gehabt, wo wir unseren Schaukampf darstellten oder
einfach nur das Lagerleben mit anderen Gruppen genossen.
Im Jahr 1992/1993 arbeitete der Verein, an dessen Spitze nun Robert Adunka
agierte, mit der Abteilung für Vor– und Frühgeschichte des Germanischen
Nationalmuseums in Nürnberg zusammen um für die Ausstellung "Die ersten
Franken in Franken" einige Repliken aus der Merowingerzeit zu fertigen.
Vom Verein wurde dem Museum als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung
folgende Gegenstände überlassen: Schwert mit Streifentauschierung,
Schwertgurt mit Beschlägen und Pyramidenknöpfen, 3 Messer, Dreilagenkamm,
Pinzette und 2 Sax.
Was als eine Hand voll Schaukämpfer begann, wuchs zu einem Verein mit
inzwischen 60 Mitgliedern heran. Besonders unsere jungen und jung gebliebenen
Leute bilden den harten Kern der ca. 30 "Aktiven".
Mit Heranwachsen des Vereins hat sich auch das geschichtliche Interesse verändert.
Die Mitglieder von Cantus-Ferrum beschäftigen sich mittlerweile vorrangig mit
dem Hochmittelalter, Spätmittelalter und der Amberger Stadtgeschichte. Ziel
wurde das Mittelalter und die Geschichte Ambergs mit all seinen zahlreichen
Facetten dem Laien zugänglich und verständlich zu machen.
Die Mitglieder fertigen ihre mittelalterlichen Gewandungen und Utensilien,
passend zu Leben und Alltag der damaligen Menschen, selbst an. Ein wichtiger
Aspekt des Vereins basiert auf die starke Eigenleistung bei der Herstellung
aller Teile.
Wir beschäftigen uns außerdem mit altem Handwerk, (Herstellen von
authentischen Schuhen, Schneidern mittelalterlicher Kleider, Mittelalterlicher
Küche, Weben, Fingerschlaufenflechten, Kräuterkunde, Herstellen von
Kettenhemden, …), mit Musik und Tanz (Drehleier, Flöte, Trommel,… Paar-
und Gruppentänzen), mittelalterlichen Spielen (z.B. Bruchenball), Schaukämpfen,
Stangenwaffendrill, Heeraufstellungen, Knappentraining, mittelalterliche
Modenschau und Stadtführungen sowie Feuerspucken und Gaukelei.
Das Wissen wird aus wissenschaftlichen Büchern, eigenen Erfahrungen und
Erfahrungen anderer Gruppierungen gewonnen.
Zweck des Vereins ist, Geschichte real erlebbar und darstellbar zu machen.
Dadurch soll das Leben aus bestimmten Epochen und deren Lebensbereichen der Öffentlichkeit
auf lebendige Weise dargestellt werden. Dem Bürger soll somit die Möglichkeit
gegeben werden, geschichtliches und archäologisches Interesse zu entwickeln,
sich zu informieren und bereits bestehende Vorurteile abzubauen. Des Weiteren
soll innerhalb des Vereins der Austausch von geschichtlichem und archäologischem
Wissen in Theorie und Praxis gefördert werden.
Seit 1990 bietet das Vilstor, eines der vier erhaltenen Amberger Stadttore,
dem Verein als Vereinssitz ein passendes Ambiente. Der Bau des gotischen Turmes
wurde 1326 abgeschlossen und ist als einziger in seiner Gestalt seit dieser
Zeit erhalten geblieben. Schritt für Schritt sind die Mitglieder bemüht, aus
eigener Kraft und aus eigenen Mitteln das restaurierungsbedürftige Vilstor
Denkmalschutz gerecht zu rekonstruieren.
Im September 2001 beschlossen die Mitglieder ihrem Verein den neuen Namen
Cantus-Ferrum als ein markantes Erkennungsmerkmal dem bisherigen hinzuzufügen.
Jährlich blicken wir auf einen ausgefüllten und interessanten Terminkalender.
So ist der Verein Cantus-Ferrum auf vielen verschiedenen Festen, Mittelaltermärkten
und Veranstaltungen vertreten.
Die Einweihung des Amberger Hochzeitbrunnens (am Marktplatz) anno 2000 war der
Startschuss für das Mittelalterliche Brunnenfest, das unser Verein seit 2001
im 2jährigen Rhythmus in Eigeninitiative und mit Unterstützung der Stadt
Amberg organisiert. Im August tummelt sich dann auf dem Maxplatz (vor dem
Vilstor) ein Wochenende lang ein buntes Volk aus alten Zunftmeistern, Gauklern,
Feuerspuckern, Schaukämpfern, Marionettenspielern, Musikern, …
Mittelalterliche Marktstände, Rittergruppen mit ihren bunten Zelten und
fahrendes Volk ergänzen das Bild.
Zu einer unserer traditionellen Veranstaltung gehört seit 1997 die Oberpfälzer
Tafelrunde. Hierzu treffen sich Vorstände von 15 Vereinen aus der Region und
darüber hinaus um sich über gemeinsame Ziele, Themen und wichtige
Informationen auszutauschen.
Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, besuchen Sie uns auf einem unserer
Stammtischabende (jede ungerade Kalenderwoche, immer Dienstag 19.00 Uhr) oder
auf unseren Veranstaltungen.
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