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Das Vilstor -
eines der vier erhaltenen Stadttore Ambergs

Das Vilstor hat einen hohen, gotischen Torturm und einen Wehrhof aus der Renaissance. Am Turm wurde der "pfälzische Löwe" von Kurfürst Philipp zur Erinnerung an die Amberger Hochzeit von 1474 angebracht. Nach außen besteht eine Rustikalverblendung (auch an Ziegeltor und Wingershofer Tor). Über der Jahreszahl 1574 befindet sich das Amberger Stadtwappen. Dem Wehrhof aufgesetzt, befindet sich auf drei Seiten ein Wehrgang mit hölzerner Brüstung, der auf einer profilierten gurtgesimsartigen Vorkragung lagert.
Das Vilstor, ein Bau der Gotik, wurde im 14. Jahrhundert erbaut, wie die meisten Tore Ambergs und im 16 Jahrhundert durch Vorbauten, so genannte Waffenhöfe, verstärkt. Hier befinden sich auch die Holzrollen für die Zugbrückentaue. Die dritte, die obere Rolle, gehörte zur Mechanik eines leicht bewegbaren Steges, der vor allem Spätheimkehrern und nächtlichen Einzelkämpfern gegen Entrichtung eines Kreuzers Einlass gewährte. An diesem Tor im Norden der Stadt galt ab 1747 eine Halbssperre, deren Passiergebühren sich im Sommer nach 24 Uhr verdoppeln. Auf der Südseite der Stadt nahm das doppelltürmige Nabburger Tor diese Funktion wahr.

Michael Schweiger berichtet in seiner Chronik von 1564 von 97 Toren, Türmen und Basteien und nannte München die schönste, Leipzig die reichste, aber Amberg die festeste Fürstenstadt des Reiches. 1871 spielte die Festung schon lange keine Rolle mehr und man trug die neun Fuß hohe Gallerie (Wehrgang) westlich des Vilstores auf einer Länge von 574 Fuß (ca. 170 m) ab.

Das Vilstor bietet dem Verein Cantus-Ferrum, Verein für erlebte Geschichte e.V., ein passendes Ambiente, da der Bau des gotischen Turmes 1326 abgeschlossen wurde und in seiner Gestalt als einziger seit dieser Zeit erhalten geblieben ist. Seit 1996 hält sich der Verein Cantus-Ferrum hier auf und bemüht sich um dessen Sanierung. Die Mitglieder haben bereits viele freiwillige Arbeitsstunden für die Wiederinstandsetzung investiert und mit Hilfe der Stadt und unter Aufsicht der Vertretung des Landratsamtes für Denkmalpflege den Boden im Parterre sowie die Wände und die Decke einer Etage modernisiert. Zudem hat der Verein im Turmeingang eine Holztüre einsetzen lassen, damit Regen nicht länger den Innenraum des Turmes zerstören kann. In naher Zukunft erhofft sich der Verein die weitere Sanierung wieder aufnehmen zu können.